Vorab-Entwurf anfragen

Recht & Pflichten

KI-Texte auf der Website: Chancen, Grenzen, Kennzeichnung

KI-Werkzeuge schreiben in Sekunden Texte für Ihre Website. Das kann Zeit sparen – wenn Sie wissen, wo die Grenzen liegen und welche Regeln seit August 2026 gelten.

5 Min. LesezeitFür: Inhaber kleiner BetriebeStand 2026-10

Auf einen Blick

  • Google verbietet KI-Texte nicht, erwartet aber hilfreiche, geprüfte Inhalte. Massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert können gegen die Spam-Richtlinien verstoßen.
  • Die Transparenzpflichten des EU AI Act (Art. 50) gelten seit 2. August 2026.
  • Für KI-Texte gilt eine Kennzeichnungspflicht nur in engen Fällen – und nicht, wenn ein Mensch den Text geprüft hat und redaktionell verantwortet.
  • Bei realistisch wirkenden KI-Bildern oder -Videos von Personen, Orten oder Ereignissen kann eine Offenlegung nötig sein.

Wo KI beim Schreiben wirklich hilft

KI-Schreibwerkzeuge sind gut darin, aus Stichpunkten einen lesbaren Entwurf zu machen. Für kleine Betriebe kann das nützlich sein:

  • Rohfassungen für Leistungsbeschreibungen, die Sie danach mit eigenem Wissen füllen,
  • Gliederungen für Ratgeber-Artikel,
  • Umformulieren von Fachsprache in verständliche Sätze,
  • Vorschläge für Überschriften und kurze Zusammenfassungen,
  • Korrekturlesen auf Tippfehler.

Der Nutzen liegt vor allem darin, schneller über die leere Seite hinwegzukommen. Den Inhalt – was Sie anbieten, wie Sie arbeiten, was Kunden wissen müssen – liefern weiterhin Sie.

Wo die Grenzen liegen

KI-Sprachmodelle sagen wahrscheinliche Wortfolgen voraus. Sie schlagen keine Fakten nach. Google weist selbst darauf hin, dass solche Texte Fehler enthalten können. Typische Probleme:

  • Erfundene Details: Zertifikate, die Sie nicht haben, Leistungen, die Sie nicht anbieten, falsche Rechtsangaben.
  • Austauschbare Sprache: Viele KI-Texte klingen ähnlich. Ihr Betrieb verschwindet hinter Floskeln.
  • Veraltetes Wissen: Gesetze und Förderprogramme ändern sich. Ein Modell kennt den aktuellen Stand nicht unbedingt.
  • Branchenregeln: Für Heilberufe gelten etwa Werbebeschränkungen. Eine KI kennt diese nicht zuverlässig.

Geben Sie außerdem keine vertraulichen Kunden- oder Patientendaten in öffentliche KI-Werkzeuge ein.

Ein weiteres Risiko ist die Austauschbarkeit. Wenn viele Betriebe derselben Branche ihre Texte von ähnlichen Werkzeugen schreiben lassen, ähneln sich die Websites immer mehr. Für Besucher wird es schwer zu erkennen, warum sie gerade Sie anrufen sollten. Was Sie unterscheidet – Ihre Arbeitsweise, Ihre Erfahrung, Ihr Team, Ihre Region – muss deshalb ausdrücklich im Text stehen.

Was sagt Google zu KI-Inhalten?

Google schließt KI-Unterstützung nicht aus. In seinem Leitfaden zu generativen KI-Inhalten schreibt Google, dass KI etwa bei der Recherche und beim Strukturieren eigener Inhalte nützlich sein kann. Gleichzeitig gelten dieselben Regeln wie für alle Inhalte:

  • Inhalte sollen für Menschen hilfreich, zuverlässig und genau sein.
  • Das Erzeugen vieler Seiten ohne Mehrwert für Nutzer kann gegen Googles Spam-Richtlinie zu massenhaft erstellten Inhalten verstoßen.
  • Google empfiehlt, KI-Inhalte vor der Veröffentlichung auf Fakten zu prüfen – auch Titel, Meta-Beschreibungen und Bildbeschreibungen.
  • Google regt an, Lesern zu erklären, wie Inhalte entstanden sind, wenn sie sich das fragen würden.

Kurz: Nicht das Werkzeug entscheidet, sondern ob der Text hilfreich und richtig ist.

EU AI Act: Müssen Sie KI-Texte kennzeichnen?

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der europäischen KI-Verordnung (AI Act). Für Website-Texte ist vor allem Absatz 4 wichtig. Er betrifft Betreiber, also Unternehmen, die ein KI-System beruflich nutzen.

Danach muss offengelegt werden, wenn ein KI-erzeugter Text veröffentlicht wird, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren. Diese Pflicht gilt aber nicht, wenn der Text von einem Menschen geprüft oder redaktionell kontrolliert wurde und eine Person oder ein Unternehmen die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung trägt.

Für typische Website-Texte eines Betriebs heißt das nach unserem Verständnis:

  • Leistungsbeschreibungen und Ratgeber zu Ihrem Fach dürften selten „Angelegenheiten von öffentlichem Interesse“ im Sinne der Vorschrift sein.
  • Wenn Sie KI-Entwürfe selbst prüfen, überarbeiten und als Betrieb verantworten, greift die Ausnahme für menschliche Prüfung und redaktionelle Verantwortung.

Wie die Begriffe im Einzelfall auszulegen sind, werden Behörden und Gerichte noch klären. Das ist keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihre Kammer oder einen Anwalt.

Vorsicht bei KI-Bildern, KI-Videos und Chatbots

Strenger ist der AI Act bei sogenannten Deepfakes. Darunter fallen KI-erzeugte oder manipulierte Bilder, Ton- oder Videoinhalte, die echten Personen, Orten oder Ereignissen ähneln und fälschlich echt wirken würden. Wer solche Inhalte beruflich veröffentlicht, muss offenlegen, dass sie künstlich erzeugt sind.

Für Betriebe ist das relevant, wenn Sie etwa ein KI-Foto eines „Teams“, einer „Werkstatt“ oder eines „fertigen Projekts“ zeigen, das wie ein echtes Foto aussieht. Unabhängig vom AI Act kann ein solches Bild auch irreführend sein, wenn Kunden es für echt halten. Besser: echte Fotos aus dem Betrieb verwenden oder KI-Bilder klar als Illustration erkennbar machen.

Setzen Sie einen KI-Chatbot auf der Website ein, sollten Besucher erkennen können, dass sie mit einer KI kommunizieren. Artikel 50 Absatz 1 verpflichtet dazu die Anbieter solcher Systeme; achten Sie bei der Auswahl darauf.

Beispiel: Wie aus einem KI-Entwurf ein guter Text wird

Wie der Unterschied zwischen einem rohen KI-Entwurf und einem überarbeiteten Text aussieht, zeigt ein erfundenes Beispiel für eine Elektrofirma.

KI-Entwurf: „Wir sind Ihr kompetenter Partner für alle Elektroarbeiten. Mit langjähriger Erfahrung und höchster Qualität bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für Privat- und Gewerbekunden.“

Der Satz ist grammatisch korrekt, sagt aber nichts. Er könnte auf jeder Elektriker-Website stehen. Außerdem behauptet er Dinge, die niemand geprüft hat.

Überarbeitet: „Wir erneuern Elektroinstallationen in Altbauten, bauen Wallboxen ein und prüfen Anlagen in Gewerbebetrieben. Bei einer Sanierung kommen wir vorher zur Besichtigung und sagen Ihnen, was nötig ist und was nicht.“

Der zweite Text nennt konkrete Leistungen, beschreibt einen Ablauf und enthält keine unbelegten Superlative. Diese Informationen kann keine KI erfinden – sie müssen aus dem Betrieb kommen.

Typische Arbeitsschritte bei der Überarbeitung:

  • Floskeln wie „kompetent“, „höchste Qualität“ oder „maßgeschneidert“ streichen oder durch Fakten ersetzen.
  • Jede Behauptung prüfen: Stimmt das? Können wir das belegen?
  • Konkrete Leistungen, Orte und Abläufe ergänzen.
  • Den Text laut lesen: Klingt er nach Ihrem Betrieb?
  • Bei Gesundheits-, Rechts- oder Finanzthemen besonders sorgfältig sein, weil Fehler hier ernste Folgen haben können und teils besondere Werberegeln gelten.

So genutzt, ist KI ein Werkzeug wie eine Rechtschreibprüfung: hilfreich, aber nicht verantwortlich. Die Verantwortung für den Text tragen Sie – rechtlich wie gegenüber Ihren Kunden.

So nutzen Sie KI verantwortungsvoll

  1. Inhalt zuerst: Notieren Sie selbst die Fakten, Abläufe und Besonderheiten Ihres Betriebs.
  2. KI für die Form: Lassen Sie daraus einen Entwurf erstellen.
  3. Fachlich prüfen: Jede Aussage, jede Zahl, jede Rechtsangabe kontrollieren.
  4. Persönlich machen: Eigene Beispiele und Erfahrungen ergänzen, Floskeln streichen.
  5. Verantwortung übernehmen: Eine Person im Betrieb gibt den Text frei.
  6. Transparent sein, wo sinnvoll: Ein kurzer Hinweis, wie Inhalte entstehen, schadet nicht.

Wenn Sie sehen möchten, wie Ihre Website mit überarbeiteten, geprüften Texten aussehen könnte: ZEIGWERK baut einen kostenlosen, unverbindlichen Vorab-Entwurf.

Checkliste

  • Fakten und Besonderheiten des Betriebs selbst gesammelt
  • Keine Kunden- oder Patientendaten in öffentliche KI-Werkzeuge eingegeben
  • Jeden KI-Entwurf fachlich geprüft und überarbeitet
  • Rechtsangaben und Zahlen an aktuellen Quellen kontrolliert
  • Freigabe durch eine verantwortliche Person im Betrieb
  • Keine realistisch wirkenden KI-Fotos ohne Hinweis verwendet
  • Bei Chatbots auf KI-Hinweis geachtet

Häufige Fragen

Straft Google KI-Texte ab?

Nicht pauschal. Google bewertet, ob Inhalte hilfreich und zuverlässig sind. Massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert können aber gegen die Spam-Richtlinien verstoßen.

Muss unter jedem KI-unterstützten Text ein Hinweis stehen?

Nach Art. 50 Abs. 4 AI Act in der Regel nicht, wenn ein Mensch den Text geprüft hat und Ihr Betrieb ihn redaktionell verantwortet. Ein freiwilliger Hinweis ist trotzdem möglich. Im Einzelfall sollten Sie sich rechtlich beraten lassen.

Darf ich ein KI-generiertes Teamfoto verwenden?

Davon raten wir ab. Wirkt das Bild wie ein echtes Foto, kann eine Offenlegungspflicht bestehen, und Kunden könnten sich getäuscht fühlen. Echte Fotos schaffen mehr Vertrauen.

Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand 2026-10.

Kostenlos & unverbindlich

Vorab-Entwurf anfragen

Schicken Sie uns Ihre Website-Adresse. Wir bauen Ihren Entwurf und melden uns innerhalb von zwei Werktagen.

  • Fertiger Entwurf aus Ihren eigenen Inhalten
  • Persönlich in Griesheim, vor Ort oder per Video
  • Kein Vertrag, keine Vorauszahlung
Mit dem Absenden verarbeiten wir Ihre Angaben, um Ihre Anfrage zu beantworten. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Danke! Wir melden uns innerhalb von zwei Werktagen.
Das hat leider nicht geklappt. Bitte rufen Sie an oder schreiben Sie an ali.haidar@almoha.de.