Auf einen Blick
- Ein Baukasten spart Geld, kostet aber Ihre eigene Zeit und bindet Sie an den Anbieter.
- Freelancer sind oft flexibel und günstiger als Agenturen, das Ausfallrisiko liegt bei einer Person.
- Agenturen bieten mehr Kapazität und Vertretung, sind aber meist teurer.
- Egal welcher Weg: Domain, Texte und Zugänge sollten Ihnen gehören.
Welche drei Wege gibt es?
Wer eine Website für seinen Betrieb braucht, hat im Wesentlichen drei Möglichkeiten:
- Baukasten: Sie bauen die Website selbst mit einem Online-Werkzeug. Vorlagen, Hosting und oft auch die Domain kommen aus einer Hand, bezahlt wird monatlich.
- Freelancer: Eine einzelne Person, oft Webdesigner oder Entwickler, baut die Website für Sie.
- Agentur: Ein Team mit verteilten Rollen, etwa Gestaltung, Technik und Text, übernimmt das Projekt.
Die Grenzen sind fließend. Es gibt Freelancer mit festen Partnern und kleine Agenturen, die kaum größer sind als ein Freelancer. Entscheidend ist weniger das Etikett als die Frage, wer welche Arbeit macht und wer Ihnen nach dem Start weiterhilft.
Wann passt ein Baukasten?
Ein Baukasten ist sinnvoll, wenn Sie Zeit haben, gern selbst gestalten und mit einem einfachen Auftritt zufrieden sind.
Vorteile:
- Geringe Einstiegskosten, alles aus einer Hand.
- Sie können sofort loslegen und Änderungen selbst machen.
- Technische Updates übernimmt der Anbieter.
Nachteile:
- Texte, Bilder, Struktur und rechtliche Seiten liegen bei Ihnen. Das kostet meist mehr Stunden als erwartet.
- Die Monatsgebühr läuft dauerhaft. Über mehrere Jahre summiert sie sich.
- Ein Umzug zu einem anderen Anbieter ist oft nur durch Neubau möglich.
- Gestaltung und Funktionen sind auf das beschränkt, was der Baukasten anbietet.
Ein Beispiel: Ein Friseursalon mit zwei Mitarbeiterinnen braucht vielleicht nur Startseite, Preise, Öffnungszeiten und Kontakt. Hat die Inhaberin Spaß an Gestaltung und ein paar freie Abende, kann ein Baukasten genügen. Fehlt die Zeit, bleibt die Website oft halbfertig.
Prüfen Sie vor dem Start außerdem, ob der Baukasten Impressum, Datenschutzerklärung und eine datenschutzfreundliche Einbindung von Karten oder Videos überhaupt sauber zulässt. Für die rechtlichen Inhalte sind Sie als Betreiber selbst verantwortlich, auch wenn der Anbieter Vorlagen bereitstellt.
Wann ist ein Freelancer die richtige Wahl?
Ein Freelancer passt, wenn Sie eine individuelle Website möchten, aber kein großes Projekt planen.
Vorteile:
- Ein fester Ansprechpartner, kurze Wege, schnelle Abstimmung.
- Häufig günstiger als eine Agentur, weil weniger Organisation anfällt.
- Flexibel bei kleinen Wünschen.
Nachteile:
- Wenn die Person krank wird, Urlaub macht oder aufhört, steht Ihr Projekt still.
- Nicht jeder Freelancer kann alles gleich gut: Gestaltung, Technik, Texte und Recht sind verschiedene Fähigkeiten.
- Die Qualität schwankt stark. Referenzen und Gespräche sind deshalb wichtig.
Fragen Sie konkret nach: Wer schreibt die Texte? Wer kümmert sich um Updates? Was passiert, wenn Sie in zwei Jahren eine Änderung brauchen? Und wer hat die Zugangsdaten zu Domain und Hosting?
Ein guter Hinweis auf Verlässlichkeit ist, ob der Freelancer eine Vertretung oder einen Partner für Notfälle nennen kann. Bitten Sie außerdem um ein schriftliches Angebot mit klar beschriebenem Umfang.
Wann lohnt sich eine Agentur?
Eine Agentur ist sinnvoll, wenn mehrere Fähigkeiten gleichzeitig gefragt sind oder das Projekt größer ist, etwa mit Online-Terminbuchung, mehreren Standorten oder Erklärvideo.
Vorteile:
- Mehrere Fachleute, die sich gegenseitig vertreten können.
- Erfahrung mit vielen Projekten, oft feste Abläufe.
- Leistungen wie Text, Fotos, Video und Pflege aus einer Hand.
Nachteile:
- Meist höhere Preise, weil Organisation und Abstimmung mitbezahlt werden.
- Bei größeren Agenturen wechseln Ansprechpartner häufiger.
- Kleine Betriebe sind für große Agenturen manchmal nur ein Nebenprojekt.
Für viele kleine Betriebe ist eine kleine, regionale Agentur ein Mittelweg: feste Ansprechpartner wie beim Freelancer, aber mehr als eine Person im Hintergrund.
Fragen Sie bei Agenturen nach, wer konkret an Ihrem Projekt arbeitet und wer nach dem Start Ihr Ansprechpartner bleibt. Lassen Sie sich außerdem den Ablauf erklären: Wann sehen Sie einen ersten Entwurf, wie viele Korrekturrunden sind enthalten, und was kostet eine Änderung nach der Abnahme? Klare Antworten auf diese Fragen sind ein gutes Zeichen.
Die drei Wege im direkten Vergleich
| Kriterium | Baukasten | Freelancer | Agentur |
|---|---|---|---|
| Einmalige Kosten | gering | mittel | mittel bis hoch |
| Laufende Kosten | feste Monatsgebühr | nach Vereinbarung | nach Vereinbarung |
| Eigener Zeitaufwand | hoch | mittel | gering bis mittel |
| Gestaltungsfreiheit | begrenzt | hoch | hoch |
| Vertretung bei Ausfall | Anbieter-Support | meist keine | meist vorhanden |
| Anbieterwechsel | oft schwierig | abhängig von Technik | abhängig von Technik |
Die Tabelle zeigt Tendenzen, keine festen Regeln. Ein gut organisierter Freelancer kann zuverlässiger sein als eine schlecht organisierte Agentur.
Wie treffen Sie die Entscheidung?
Drei ehrliche Fragen helfen mehr als jede Preisliste:
- Wie viel Zeit haben Sie wirklich? Rechnen Sie für einen Baukasten nicht nur die Einrichtung, sondern auch Texte, Fotos, rechtliche Seiten und spätere Pflege ein. Wer abends nach der Baustelle oder der Sprechstunde noch Website bauen will, braucht viel Disziplin.
- Was soll die Website leisten? Eine digitale Visitenkarte stellt andere Anforderungen als eine Website, über die Patienten Termine buchen oder Gäste Zimmer reservieren. Je mehr Funktionen, desto eher brauchen Sie Fachleute.
- Wer kümmert sich in drei Jahren darum? Websites müssen gepflegt werden. Klären Sie vorher, wer Updates einspielt, Öffnungszeiten ändert und bei Problemen erreichbar ist.
Holen Sie bei Freelancern und Agenturen mindestens zwei Angebote ein und lassen Sie sich frühere Arbeiten zeigen. Achten Sie darauf, ob die gezeigten Websites noch aktuell sind und auf dem Smartphone gut funktionieren. Ein kurzes Telefonat mit einem bestehenden Kunden des Anbieters sagt oft mehr als jede Hochglanzpräsentation.
Worauf Sie bei jedem Weg achten sollten
Unabhängig davon, wofür Sie sich entscheiden, sollten diese Punkte geklärt sein:
- Domain auf Ihren Namen: Laut DENIC besteht der Vertrag über eine .de-Domain immer zwischen dem Inhaber und DENIC. Achten Sie darauf, dass Ihr Betrieb als Inhaber eingetragen ist und nicht der Dienstleister.
- Zugänge: Lassen Sie sich alle Zugangsdaten zu Domain, Hosting und Website geben oder hinterlegen.
- Rechte an Texten und Bildern: Klären Sie schriftlich, dass Sie die Inhalte weiter nutzen dürfen.
- Auftragsverarbeitung: Verarbeitet ein Dienstleister beim Hosting oder bei der Pflege personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, etwa aus dem Kontaktformular, verlangt Art. 28 DSGVO einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Seriöse Anbieter stellen ihn von sich aus bereit.
- Keine Ranking-Versprechen: Google schreibt selbst, dass niemand eine Platzierung garantieren kann.
Wenn Sie vor der Entscheidung sehen möchten, wie Ihre Website aussehen könnte: ZEIGWERK baut einen kostenlosen, unverbindlichen Vorab-Entwurf aus Ihren vorhandenen Inhalten.
Checkliste
- Eigenen Zeitaufwand realistisch eingeschätzt
- Benötigte Funktionen aufgeschrieben
- Laufende Kosten über mehrere Jahre verglichen
- Domain auf den eigenen Betrieb registriert
- Alle Zugangsdaten erhalten oder hinterlegt
- Nutzungsrechte an Texten und Bildern schriftlich geklärt
- Vertrag zur Auftragsverarbeitung vorhanden, wo nötig
Häufige Fragen
Kann ich mit einem Baukasten später zu einer Agentur wechseln?
Ja, aber meist wird die Website dann neu gebaut, weil sich Baukasten-Seiten oft nicht direkt übertragen lassen. Texte und Bilder können Sie in der Regel weiterverwenden.
Ist ein Freelancer immer günstiger als eine Agentur?
Oft, aber nicht immer. Vergleichen Sie den Leistungsumfang: Wenn Texte, Fotos oder Pflege extra kosten, kann der Unterschied kleiner sein als gedacht.
Was passiert, wenn mein Dienstleister nicht mehr erreichbar ist?
Wenn Domain auf Ihren Namen läuft und Sie alle Zugänge haben, kann ein anderer Dienstleister übernehmen. Ohne Zugänge wird es schwierig und teuer.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand 2026-10.