Auf einen Blick
- Den einen Marktpreis gibt es nicht: Baukasten, Freelancer und Agentur liegen weit auseinander.
- Der Preis hängt vor allem an Seitenzahl, Texten, Bildern und Sonderfunktionen wie Buchung oder Shop.
- Zu den einmaligen Kosten kommen laufende Kosten für Domain, Hosting, E-Mail und Pflege.
- Vergleichen Sie Angebote nach Leistungsumfang, nicht nach der Zahl auf der ersten Seite.
Warum gibt es keinen festen Preis für eine Website?
Eine Website ist kein Produkt von der Stange. Ein Malerbetrieb mit fünf Seiten braucht etwas anderes als eine Zahnarztpraxis mit Online-Terminbuchung oder ein Hotel mit Zimmerübersicht. Deshalb schwanken die Preise am Markt stark: von wenigen hundert Euro für einen selbst gebauten Baukasten-Auftritt bis in den fünfstelligen Bereich für umfangreiche Agenturprojekte.
Für die meisten kleinen Betriebe liegt der sinnvolle Rahmen irgendwo dazwischen. Entscheidend ist nicht, wie viel eine Website „normalerweise“ kostet, sondern was Ihre Website leisten soll. Wer das vorher klärt, bekommt vergleichbare Angebote und erlebt weniger Überraschungen.
Drei Fragen helfen beim Einordnen:
- Wer baut? Sie selbst mit einem Baukasten, ein Freelancer oder eine Agentur.
- Was wird gebaut? Anzahl der Seiten, Funktionen, Mehrsprachigkeit.
- Wer liefert die Inhalte? Texte, Fotos und Logo bringen Sie mit, oder sie werden erstellt.
Aus welchen Bestandteilen setzt sich der Preis zusammen?
Fast jedes Angebot lässt sich in dieselben Bausteine zerlegen. Die folgende Übersicht zeigt, was dahintersteckt und wie stark der Posten den Preis bewegt.
| Bestandteil | Was dazugehört | Einfluss auf den Preis |
|---|---|---|
| Konzept und Seitenstruktur | Welche Seiten, welche Reihenfolge, welche Ziele | gering bis mittel |
| Design | Vorlage anpassen oder individuell gestalten | mittel bis hoch |
| Technische Umsetzung | Seiten anlegen, mobil optimieren, Ladezeit, Formulare | mittel |
| Texte | Vorhandene Texte übernehmen, überarbeiten oder neu schreiben | mittel bis hoch |
| Bilder | Eigene Fotos, Fotoshooting oder lizenzierte Bilder | gering bis hoch |
| Sonderfunktionen | Terminbuchung, Shop, Mehrsprachigkeit, Kundenbereich | hoch |
| Rechtliche Seiten | Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Lösung | gering |
| Grundlegende Suchmaschinen-Einrichtung | Seitentitel, Beschreibungen, Google-Profil verknüpfen | gering bis mittel |
Die größten Preistreiber sind meist Texte und Sonderfunktionen. Ein Online-Shop oder eine eigene Buchungslösung kann mehr kosten als der ganze Rest zusammen.
Was macht eine Website teurer – und was nicht?
Teurer wird es vor allem, wenn viel individuelle Arbeit anfällt:
- Viele Seiten mit eigenem Inhalt: Jede Leistungsseite muss geschrieben, bebildert und angelegt werden.
- Neue Texte: Gute Texte brauchen Zeit, besonders wenn erst geklärt werden muss, was den Betrieb ausmacht.
- Fotoshooting: Echte Bilder von Team und Werkstatt wirken besser als Stockfotos, kosten aber zusätzlich.
- Schnittstellen: Anbindung an Praxissoftware, Warenwirtschaft oder Buchungssysteme.
- Viele Abstimmungsrunden: Wenn Entscheidungen lange offen bleiben, steigt der Aufwand.
Weniger Einfluss als oft gedacht haben dagegen Dinge wie Farben, Schriftarten oder ein Kontaktformular. Das sind Standardaufgaben, die in fast jedem Angebot enthalten sein sollten.
Ein Beispiel: Eine Kfz-Werkstatt mit Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt und den rechtlichen Seiten kommt mit wenigen Seiten aus. Eine Physiotherapiepraxis mit zehn Behandlungsformen, Kursplan und Stellenangeboten braucht deutlich mehr Inhalt – und damit mehr Arbeitszeit.
Auch die Frage, wer später Inhalte ändert, wirkt sich auf den Preis aus. Soll Ihr Team Öffnungszeiten, Urlaubshinweise oder Stellenanzeigen selbst pflegen, muss die Website dafür eingerichtet und eine kurze Einweisung eingeplant werden. Das kostet zunächst etwas mehr, spart aber später jede kleine Änderungsanfrage beim Dienstleister. Umgekehrt kann es günstiger sein, auf eine Pflegeoberfläche zu verzichten, wenn sich bei Ihnen über Jahre kaum etwas ändert.
Welche laufenden Kosten kommen dazu?
Nach dem Start ist eine Website nicht kostenlos. Planen Sie diese Posten ein:
- Domain: Die Adresse, zum Beispiel ihr-betrieb.de. Eine .de-Domain registrieren Sie über einen Anbieter, der mit der Vergabestelle DENIC zusammenarbeitet. Die Preise legt der jeweilige Anbieter fest, sie sind meist gering.
- Hosting: Der Speicherplatz, auf dem die Website liegt. Je nach Anbieter und Leistung von günstig bis spürbar.
- E-Mail-Postfächer: Oft im Hosting enthalten, manchmal separat.
- Pflege und Updates: Sicherheitsupdates, kleine Textänderungen, neue Bilder. Entweder machen Sie das selbst oder vereinbaren eine monatliche Pauschale.
- Kostenpflichtige Erweiterungen: Buchungstools, Cookie-Lösungen oder Plugins mit Jahreslizenz.
Fragen Sie bei jedem Angebot nach, welche dieser Posten enthalten sind und welche extra kommen. Gerade Baukästen wirken anfangs günstig, verlangen aber dauerhaft eine Monatsgebühr. Wichtig ist außerdem: Die Domain sollte auf Ihren Betrieb registriert sein, nicht auf den Dienstleister. Laut DENIC besteht der Vertrag immer zwischen dem Domaininhaber und DENIC – achten Sie also darauf, dass Sie als Inhaber eingetragen sind.
Rechnen Sie die laufenden Kosten auf mehrere Jahre hoch. Erst dann sehen Sie, ob ein Angebot mit niedrigem Einstiegspreis und hoher Monatsgebühr wirklich günstiger ist als eines mit höherem Einmalpreis und geringen Folgekosten. Für viele Betriebe ist ein Zeitraum von drei bis fünf Jahren eine sinnvolle Rechengröße, weil Websites in dieser Spanne oft unverändert laufen.
Wo lohnt sich Sparen – und wo eher nicht?
Sparen können Sie an Stellen, an denen Sie selbst etwas beitragen:
- Vorhandene Texte, Fotos und Ihr Logo zusammenstellen, bevor das Projekt startet.
- Mit wenigen, gut gefüllten Seiten beginnen und später erweitern.
- Auf Spielereien wie aufwendige Animationen verzichten.
Nicht sparen sollten Sie dagegen bei:
- Mobiler Darstellung: Viele Kunden suchen per Smartphone nach einem Handwerker oder einer Praxis in der Nähe.
- Rechtlichen Pflichtseiten: Ein fehlendes oder veraltetes Impressum kann teuer werden.
- Klaren Kontaktwegen: Telefonnummer, Adresse und Öffnungszeiten müssen sofort auffindbar sein.
- Verständlichen Texten: Google empfiehlt in seinem Leitfaden für Einsteiger, Inhalte klar, aktuell und gut gegliedert zu schreiben. Das hilft Besuchern und Suchmaschinen gleichermaßen.
Wie vergleichen Sie Angebote fair?
Zwei Angebote mit unterschiedlichen Preisen sind oft gar nicht vergleichbar, weil sie Unterschiedliches enthalten. Legen Sie die Angebote nebeneinander und prüfen Sie:
- Wie viele Seiten sind enthalten?
- Werden Texte übernommen, überarbeitet oder neu geschrieben?
- Sind Impressum und Datenschutzerklärung dabei?
- Wer kümmert sich um Domain, Hosting und Updates – und was kostet das im Monat?
- Können Sie Inhalte später selbst ändern?
- Wem gehören Domain, Texte und Bilder nach Projektende?
- Ist der Preis netto oder brutto angegeben?
Seriöse Anbieter beantworten diese Fragen schriftlich. Misstrauisch sollten Sie werden, wenn Rankings auf Platz eins oder feste Umsatzsteigerungen versprochen werden. Google selbst schreibt, dass es keine Garantie für eine Platzierung gibt.
Zur Einordnung: Bei ZEIGWERK kostet eine Website mit bis zu 5 Seiten 690 € und mit bis zu 12 Seiten 1.290 € einmalig, Hosting und Pflege ab 29 € im Monat, jeweils netto zzgl. USt. Wenn Sie sehen möchten, wie das bei Ihnen aussehen könnte: Wir bauen einen kostenlosen Vorab-Entwurf.
Checkliste
- Ziel der Website in einem Satz festgehalten
- Benötigte Seiten aufgelistet
- Vorhandene Texte, Fotos und Logo gesammelt
- Sonderfunktionen (Buchung, Shop) geklärt oder bewusst weggelassen
- Laufende Kosten für Domain, Hosting und Pflege erfragt
- Domain auf den eigenen Betrieb registriert
- Angebote nach Leistungsumfang verglichen, nicht nur nach Preis
- Netto- oder Bruttoangabe geprüft
Häufige Fragen
Reicht ein Baukasten für meinen Betrieb?
Für einen einfachen Auftritt kann ein Baukasten reichen, wenn Sie Zeit für Texte, Bilder und Einrichtung haben. Beachten Sie die dauerhaften Monatsgebühren und dass ein Umzug zu einem anderen Anbieter oft aufwendig ist.
Warum sind Texte so ein großer Kostenfaktor?
Gute Texte erfordern, dass jemand Ihren Betrieb, Ihre Leistungen und Ihre Kunden versteht. Das kostet Gesprächs- und Schreibzeit. Wer vorhandene Texte mitbringt, spart hier am meisten.
Muss ich nach dem Start noch etwas bezahlen?
Ja, mindestens für Domain und Hosting. Dazu kommen je nach Vereinbarung Pflege, Updates und Lizenzen für Erweiterungen. Lassen Sie sich diese Kosten vorab schriftlich nennen.
Kann eine Agentur mir Platz eins bei Google garantieren?
Nein. Google schreibt selbst, dass es keine Garantie für Indexierung oder Platzierung gibt. Eine sauber aufgebaute Website verbessert die Chancen, mehr nicht.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand 2026-10.