Auf einen Blick
- Laufende Posten sind vor allem Hosting, Domain, Sicherheitsupdates, Backups und Inhaltspflege.
- SSL-Zertifikate für HTTPS gibt es auch kostenlos, sie müssen aber regelmäßig erneuert werden.
- Wer personenbezogene Daten verarbeitet, etwa über ein Kontaktformular, muss nach DSGVO für angemessene Sicherheit sorgen.
- Achten Sie bei Pflegeverträgen auf Leistungsumfang, Laufzeit und Kündigungsfrist.
Warum eine Website laufende Pflege braucht
Eine Website ist kein Flyer, der einmal gedruckt wird. Sie läuft auf einem Server, nutzt Software und ist rund um die Uhr aus dem Internet erreichbar. Daraus ergeben sich drei Gründe für Pflege:
- Sicherheit: Für Content-Management-Systeme, Erweiterungen und Server erscheinen regelmäßig Sicherheitsupdates. Veraltete Software ist ein häufiges Einfallstor für Angriffe.
- Erreichbarkeit: Server, Zertifikate und Domains müssen funktionieren und rechtzeitig verlängert werden.
- Aktualität: Öffnungszeiten, Leistungen, Ansprechpartner und rechtliche Angaben ändern sich.
Eine Website, die jahrelang niemand anfasst, wird nicht nur unansehnlich, sondern kann zum Sicherheitsrisiko werden.
Pflege ist also keine Zusatzleistung für große Websites, sondern gehört zu jeder Website, die geschäftlich genutzt wird – auch zu einer kleinen Seite mit fünf Unterseiten und einem Kontaktformular.
Hosting und Domain: die Grundkosten
Hosting ist der Speicherplatz auf einem Server, auf dem Ihre Website liegt. Die Domain ist Ihre Adresse im Internet, etwa ihr-betrieb.de. Beides kostet laufend Geld, meist monatlich oder jährlich.
Worauf Sie achten sollten:
- Serverstandort: Ein Standort in der EU vereinfacht den Datenschutz. Mit dem Hoster brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
- Leistung: Die Website sollte auch auf dem Handy schnell laden.
- E-Mail: Sind E-Mail-Postfächer enthalten oder separat?
- Domain-Inhaber: Die Domain sollte auf Ihren Betrieb registriert sein, nicht auf die Agentur. Sonst wird ein späterer Wechsel schwierig.
Updates, Backups, SSL: die technische Pflege
Updates: Content-Management-System, Erweiterungen und Designvorlagen sollten zeitnah aktualisiert werden, besonders bei Sicherheitsupdates. Vor größeren Updates ist eine Sicherung sinnvoll, weil ein Update gelegentlich etwas auf der Seite durcheinanderbringt.
Backups: Regelmäßige Sicherungen von Dateien und Datenbank, an einem anderen Ort als der Website selbst gespeichert. Wichtig ist nicht nur, dass gesichert wird, sondern dass sich die Sicherung im Ernstfall auch wiederherstellen lässt. Art. 32 DSGVO nennt ausdrücklich die Fähigkeit, Daten nach einem technischen Zwischenfall rasch wiederherzustellen, und ein Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung der Schutzmaßnahmen.
SSL/HTTPS: Ein Zertifikat sorgt für die verschlüsselte Verbindung, erkennbar am Schloss im Browser. Spätestens bei Kontaktformularen ist das unverzichtbar. Zertifikate gibt es auch kostenlos, etwa von Let's Encrypt; sie lassen sich automatisch erneuern. Fällt die Erneuerung aus, zeigen Browser eine Warnung an – und Besucher springen ab.
Überwachung: Jemand sollte bemerken, wenn die Website nicht erreichbar ist, bevor es Kunden tun.
Inhalte und Rechtliches aktuell halten
Neben der Technik braucht der Inhalt Pflege. Typische Anlässe:
- geänderte Öffnungszeiten, Feiertage, Betriebsurlaub,
- neue oder weggefallene Leistungen,
- neue Mitarbeiter oder ausgeschiedene Mitarbeiter auf der Team-Seite,
- geänderte Kontaktdaten oder Rechtsform im Impressum,
- neue Dienste wie Kartenanbieter oder Terminbuchung, die in der Datenschutzerklärung ergänzt werden müssen,
- besetzte Stellen auf der Karriereseite.
Klären Sie, wer das übernimmt: Können Sie kleine Änderungen selbst vornehmen, oder läuft alles über die Agentur? Und was kostet eine Änderung, die nicht im Pflegevertrag enthalten ist?
Planen Sie außerdem eine jährliche Durchsicht der ganzen Website ein. Klicken Sie jede Seite an, als wären Sie ein neuer Kunde: Funktionieren alle Links und Formulare? Kommt eine Testanfrage über das Kontaktformular an? Sind Fotos und Texte noch aktuell? Stimmen die Angaben im Impressum noch mit den Pflichtangaben nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz überein, etwa nach einem Umzug oder einer Änderung der Rechtsform? Eine solche Durchsicht dauert für eine kleine Website meist nicht lange und deckt viele kleine Fehler auf, die sich sonst über Jahre ansammeln.
Selbst machen oder Pflegevertrag?
Beides kann sinnvoll sein. Selbst machen lohnt sich, wenn jemand im Betrieb technisch interessiert ist und regelmäßig Zeit hat. Ein Pflegevertrag lohnt sich, wenn Sie sich um nichts kümmern wollen und eine feste Ansprechperson möchten.
Bei einem Pflegevertrag sollten Sie klären:
| Frage | Warum wichtig |
|---|---|
| Welche Leistungen sind enthalten? | Updates, Backups, Überwachung, Inhaltsänderungen – oder nur Hosting? |
| Wie oft wird gesichert, und wie lange werden Sicherungen aufbewahrt? | Im Ernstfall entscheidet das, wie viel verloren geht. |
| Wie schnell wird reagiert? | Bei einem Ausfall zählt jeder Tag. |
| Wie lang ist die Laufzeit, wie die Kündigungsfrist? | Lange Mindestlaufzeiten binden Sie. |
| Was passiert bei Kündigung? | Sie sollten Domain, Inhalte und Zugänge mitnehmen können. |
Was im Ernstfall passiert – und wie Sie vorbereitet sind
Auch bei guter Pflege kann etwas schiefgehen: Die Website ist nicht erreichbar, zeigt fremde Inhalte oder wird vom Browser als unsicher markiert. Wer vorbereitet ist, verliert weniger Zeit.
Legen Sie für den Ernstfall diese Informationen an einem sicheren Ort ab:
- Zugänge: Wer hat die Zugangsdaten für Hosting, Domain und Content-Management-System? Bewahren Sie sie sicher auf, etwa in einem Passwort-Manager, und nicht auf einem Zettel am Bildschirm.
- Ansprechpartner: Wen rufen Sie an, wenn die Website ausfällt? Telefonnummer und Erreichbarkeit notieren.
- Verträge: Hosting, Domain, Pflegevertrag, Lizenzen für Erweiterungen – mit Laufzeiten und Verlängerungsdaten.
- Backups: Wo liegen sie, und wer kann sie wiederherstellen?
Typische Ursachen für Probleme sind abgelaufene Domains oder Zertifikate, fehlgeschlagene Updates, veraltete Erweiterungen und schwache Passwörter. Viele davon lassen sich mit einfachen Maßnahmen vermeiden: automatische Verlängerung, Erinnerungen im Kalender, Zwei-Faktor-Anmeldung für die Verwaltungszugänge und regelmäßige Updates.
Wenn über die Website personenbezogene Daten betroffen sein könnten, etwa Anfragen aus dem Kontaktformular, kann eine Meldepflicht gegenüber der Datenschutzbehörde bestehen. Holen Sie sich in diesem Fall zügig fachlichen Rat, denn für solche Meldungen gelten kurze Fristen. Das ist keine Rechtsberatung.
Ein Pflegevertrag ersetzt diese Vorbereitung nicht vollständig. Auch wenn eine Agentur sich kümmert, sollten Sie selbst wissen, wo Ihre Domain registriert ist und wie Sie im Notfall an Ihre Daten kommen.
Mit welchen laufenden Kosten sollten Sie rechnen?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Die Spanne reicht von einfachem Hosting ohne Betreuung bis zu Rundum-Verträgen mit Inhaltspflege. Die Kosten hängen vor allem ab von:
- der verwendeten Technik und der Zahl der Erweiterungen,
- der Größe der Website,
- dem Umfang der enthaltenen Änderungen,
- Reaktionszeiten und Überwachung,
- zusätzlichen Diensten wie E-Mail-Postfächern.
Vergleichen Sie Angebote immer über den gesamten Leistungsumfang, nicht nur über den Monatspreis. Ein sehr günstiger Tarif ohne Updates und Backups kann im Ernstfall teurer werden.
Zur Orientierung: Bei ZEIGWERK gibt es Hosting und Pflege ab 29 € im Monat netto, monatlich kündbar.
Checkliste
- Domain ist auf den eigenen Betrieb registriert
- Hosting mit Serverstandort in der EU und Vertrag zur Auftragsverarbeitung
- Sicherheitsupdates werden zeitnah eingespielt
- Regelmäßige Backups an separatem Ort, Wiederherstellung getestet
- SSL-Zertifikat aktiv und automatisch verlängert
- Zuständigkeit für Inhaltsänderungen geklärt
- Impressum und Datenschutzerklärung mindestens jährlich geprüft
- Laufzeit und Kündigungsfrist des Pflegevertrags bekannt
Häufige Fragen
Kostet ein SSL-Zertifikat extra?
Nicht unbedingt. Es gibt kostenlose Zertifikate, etwa von Let's Encrypt, die sich automatisch erneuern lassen. Viele Hoster richten sie ohne Aufpreis ein.
Wie oft sollte ein Backup gemacht werden?
Das hängt davon ab, wie oft sich die Website ändert. Für eine selten geänderte Firmenwebsite reichen oft regelmäßige automatische Sicherungen; bei häufigen Änderungen öfter. Wichtig ist, dass die Wiederherstellung getestet wird.
Kann ich die Pflege später wechseln?
Ja, wenn Domain, Inhalte und Zugänge Ihnen gehören und der Vertrag es zulässt. Klären Sie das am besten schon vor dem Start.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand 2026-10.