Auf einen Blick
- Der Preis eines Erklärvideos hängt vor allem von Länge, Stil, Sprecher und Anzahl der Korrekturschleifen ab.
- Ein Erklärvideo lohnt sich, wenn Kunden immer wieder dieselben Fragen stellen oder ein Ablauf schwer in Worten zu beschreiben ist.
- Wichtiger als Effekte sind ein klares Skript, Untertitel und eine gut platzierte Einbindung auf der Website.
- Wer Mitarbeiter im Video zeigt, braucht deren Einwilligung – am besten schriftlich.
Was ist ein Erklärvideo – und was nicht?
Ein Erklärvideo ist ein kurzer Film, meist zwischen einer und zwei Minuten, der eine Sache verständlich macht: einen Ablauf, eine Leistung, einen Unterschied. Typisch sind animierte Grafiken mit Sprecherstimme, es gibt aber auch Varianten mit echten Aufnahmen aus dem Betrieb.
Ein Erklärvideo ist kein Imagefilm. Ein Imagefilm zeigt Stimmung und Atmosphäre. Ein Erklärvideo beantwortet eine konkrete Frage. Beispiele aus dem Alltag:
- Eine Physiotherapie-Praxis erklärt, wie der erste Termin abläuft und was Patienten mitbringen sollen.
- Ein Heizungsbauer zeigt, wie eine Wärmepumpen-Beratung abläuft – vom ersten Anruf bis zum Angebot.
- Eine Steuerkanzlei erklärt, welche Unterlagen neue Mandanten für die Einkommensteuererklärung brauchen.
Je klarer die eine Frage ist, die das Video beantworten soll, desto besser wird es. Videos, die „alles über uns“ erzählen wollen, werden lang und bleiben selten im Kopf.
Wovon hängt der Preis ab?
Die Preise für Erklärvideos gehen weit auseinander. Das liegt weniger an Willkür als an sehr unterschiedlichen Leistungen hinter dem Wort „Erklärvideo“. Diese Punkte treiben die Kosten:
- Länge: Jede zusätzliche Sekunde muss getextet, gezeichnet, animiert und vertont werden.
- Stil: Einfache Grafik-Animation ist günstiger als aufwendige Illustration oder 3D. Echte Drehs vor Ort brauchen Kamera, Licht und Drehtag.
- Skript: Schreiben Sie den Text selbst, oder entwickelt die Agentur ihn mit Ihnen? Ein gutes Skript ist die halbe Miete.
- Sprecher: Professionelle Sprecher kosten mehr als synthetische Stimmen, klingen aber meist glaubwürdiger.
- Musik: Lizenzierte Musik muss für die gewerbliche Nutzung freigegeben sein.
- Korrekturschleifen: Wie oft dürfen Sie Änderungen verlangen, und in welcher Phase? Änderungen am Skript sind günstig, Änderungen an der fertigen Animation teuer.
- Formate: Brauchen Sie neben 16:9 für die Website auch ein Hochformat für Social Media?
Fragen Sie bei jedem Angebot nach, was genau enthalten ist. Ein niedriger Preis ohne Skript und ohne Sprecher ist nicht günstiger, wenn Sie beides selbst organisieren müssen.
Wann lohnt sich ein Erklärvideo?
Ein Erklärvideo lohnt sich nicht für jeden Betrieb. Diese Situationen sprechen dafür:
- Wiederkehrende Fragen: Ihr Team beantwortet am Telefon jede Woche dieselben Fragen. Ein Video, das diese Fragen vorab klärt, spart Gesprächszeit.
- Erklärungsbedürftige Leistung: Ihr Angebot ist neu oder schwer zu beschreiben, etwa eine Förderberatung oder ein besonderes Behandlungsverfahren.
- Hemmschwelle vor dem ersten Kontakt: Menschen zögern, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Ein Video, das den Ablauf zeigt, nimmt diese Unsicherheit.
- Mehrfache Nutzung: Das Video läuft auf der Website, im Google-Profil, in E-Mails an Neukunden und im Wartezimmer.
Weniger sinnvoll ist ein Erklärvideo, wenn Ihre Leistung in zwei Sätzen klar ist, wenn sich Abläufe und Preise ständig ändern oder wenn niemand auf Ihrer Website landet. Dann ist erst die Website selbst die Baustelle.
Wie messen Sie, ob es sich gelohnt hat?
Garantierte Ergebnisse gibt es nicht. Sie können aber beobachten, ob sich etwas verändert:
- Wird das Video angesehen, und wie weit? Die meisten Video-Player und Plattformen zeigen das an.
- Kommen weniger Rückfragen zu dem Thema, das das Video erklärt? Fragen Sie Ihr Team nach einigen Wochen.
- Sagen neue Kunden, dass sie das Video gesehen haben? Eine kurze Frage beim Erstgespräch genügt.
- Sind Anfragen besser vorbereitet, etwa mit den richtigen Unterlagen?
Notieren Sie vor dem Start, welche Frage das Video beantworten soll. Dann können Sie später ehrlich beurteilen, ob es diese Aufgabe erfüllt.
Worauf kommt es bei der Einbindung an?
Ein gutes Video nützt wenig, wenn es niemand findet. Platzieren Sie es dort, wo die Frage entsteht: das Ablauf-Video auf der Seite „Erster Termin“, nicht versteckt unter „Über uns“.
Google empfiehlt für Videos, die in der Suche erscheinen sollen, unter anderem eine eigene Seite, auf der das Video der Hauptinhalt ist, ein gut erreichbares Vorschaubild sowie strukturierte Daten mit Titel und Beschreibung. Für einen kleinen Betrieb reicht oft schon: eine Seite pro Thema, das Video oben, darunter der wichtigste Inhalt als Text.
Denken Sie an Untertitel. Viele Menschen schauen Videos ohne Ton, etwa unterwegs oder im Büro. Untertitel helfen außerdem Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen.
Wenn Mitarbeiter im Video zu sehen sind, brauchen Sie deren Einwilligung. Bildnisse dürfen nach § 22 Kunsturhebergesetz grundsätzlich nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet werden. Holen Sie diese schriftlich ein. Das ist keine Rechtsberatung; bei Unsicherheit fragen Sie Ihre Kammer oder einen Anwalt.
Animation, Realfilm oder beides – was passt zu welchem Betrieb?
Die Stilfrage beeinflusst Kosten, Wirkung und Haltbarkeit des Videos. Einen richtigen Stil für alle gibt es nicht. Ein Überblick:
- Animation: Gut für Abläufe, die man schlecht filmen kann, etwa was in einer Heizungsanlage passiert oder wie eine Steuererklärung bearbeitet wird. Animationen altern langsam, weil keine Personen, Fahrzeuge oder Räume zu sehen sind, die sich ändern. Sie wirken allerdings weniger persönlich.
- Realfilm: Zeigt Ihren echten Betrieb, Ihr Team und Ihre Räume. Das schafft Nähe und Vertrauen, besonders bei Praxen, Restaurants oder Handwerksbetrieben mit sichtbarer Arbeit. Dafür braucht es einen Drehtag, Einwilligungen der gezeigten Personen und gelegentlich eine Neuauflage, wenn sich das Team ändert.
- Mischform: Echte Aufnahmen für Menschen und Räume, Animation für Erklärungen. Das verbindet beide Vorteile, ist aber in der Abstimmung etwas aufwendiger.
Fragen Sie sich: Was soll der Zuschauer am Ende vor Augen haben? Wenn es um einen Ablauf geht, ist Animation oft klarer. Wenn es darum geht, ob man Ihnen vertrauen kann, wirken echte Gesichter stärker.
Ein weiterer Punkt ist die Sprecherstimme. Eine ruhige, deutliche Stimme ist wichtiger als ein besonders markanter Klang. Hören Sie sich vorab Stimmproben an und wählen Sie eine, die zu Ihrem Betrieb und Ihren Kunden passt. Wenn Sie überwiegend ältere Kunden haben, achten Sie besonders auf ein ruhiges Sprechtempo.
Auch die Musik sollte zum Betrieb passen. Für eine Zahnarztpraxis wirkt unaufdringliche, ruhige Musik meist besser als treibende Beats. Die Musik sollte nie lauter sein als der Sprecher und für die gewerbliche Nutzung lizenziert sein, auch wenn das Video später auf YouTube oder in Social Media läuft.
Bedenken Sie schließlich, wie lange das Video aktuell bleiben soll. Ein Video, das Sie drei oder vier Jahre einsetzen können, rechnet sich anders als eines, das nach einem Jahr veraltet ist.
Wie läuft die Produktion typischerweise ab?
- Briefing: Welche Frage soll das Video beantworten? Wer schaut es an? Wo läuft es?
- Skript: Der gesprochene Text, Satz für Satz. Hier lohnt es sich, Zeit zu investieren.
- Storyboard: Skizzen, was zu jedem Satz im Bild passiert.
- Sprachaufnahme: Erst wenn das Skript freigegeben ist.
- Animation oder Schnitt: Bild, Ton und Musik werden zusammengefügt.
- Untertitel und Einbindung: Das Video kommt auf die Website und in weitere Kanäle.
Geben Sie Skript und Storyboard sorgfältig frei. Je später eine Änderung kommt, desto aufwendiger wird sie. Planen Sie eine Person im Betrieb ein, die fachlich prüft und entscheiden darf.
Wenn Sie überlegen, ein Erklärvideo für Ihren Betrieb zu nutzen: Bei ZEIGWERK kostet ein Erklärvideo mit 50–75 Sekunden, Skript, Storyboard, Sprecher, Musik, Untertiteln und Einbindung 790 € netto einmalig. Bezahlt wird erst nach Freigabe.
Checkliste
- Die eine Frage festgelegt, die das Video beantworten soll
- Zielgruppe und Einsatzorte (Website, Google-Profil, E-Mail) notiert
- Angebote auf Skript, Sprecher, Musiklizenz und Korrekturschleifen geprüft
- Fachliche Ansprechperson für Freigaben bestimmt
- Schriftliche Einwilligung aller gezeigten Mitarbeiter eingeholt
- Untertitel eingeplant
- Passende Unterseite für die Einbindung ausgewählt
- Nach einigen Wochen Rückfragen und Aufrufe ausgewertet
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?
So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Für eine einzelne Frage reichen oft 60 bis 90 Sekunden. Wenn Sie mehr erklären wollen, sind mehrere kurze Videos meist besser als ein langes.
Kann ich ein Erklärvideo selbst mit dem Handy machen?
Für einfache Abläufe ja, etwa ein kurzes Video, das den Weg zur Praxis zeigt. Für animierte Videos mit Sprecher brauchen Sie Software, Zeit und Übung. Wichtig ist in beiden Fällen ein vorher geschriebenes Skript.
Muss das Video auf YouTube hochgeladen werden?
Nein. Sie können es auch direkt auf Ihrer Website einbinden. YouTube kann zusätzliche Reichweite bringen, beim Einbetten sollten Sie aber an die Datenschutzerklärung denken.
Wie oft muss ein Erklärvideo erneuert werden?
Erst, wenn sich der erklärte Ablauf oder die Leistung ändert. Halten Sie deshalb Preise und Daten, die sich oft ändern, aus dem Video heraus.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand 2026-10.