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Website-Praxis

Die gute Startseite: Aufbau, der Besucher zu Kunden macht

Die Startseite ist für viele Besucher die erste und manchmal einzige Seite, die sie ansehen. Ein bewährter Aufbau in sieben Bausteinen – mit Beispielen aus Handwerk, Praxis und Kanzlei.

5 Min. LesezeitFür: Inhaber kleiner BetriebeStand 2026-10

Auf einen Blick

  • Der erste Bildschirm muss sagen: was, wo, für wen – und wie man Kontakt aufnimmt.
  • Leistungen kurz anreißen und auf eigene Unterseiten verlinken.
  • Vertrauen entsteht durch echte Fotos, konkrete Belege und ehrliche Kundenstimmen.
  • Jeder Abschnitt endet mit einem klaren nächsten Schritt.

Welche Aufgabe hat die Startseite?

Die Startseite ist kein Ort für die Firmengeschichte und keine Sammlung aller Informationen. Sie hat eine einfache Aufgabe: Besucher sollen schnell erkennen, ob sie hier richtig sind, Vertrauen fassen und den nächsten Schritt finden – anrufen, anfragen, Termin buchen oder zur passenden Leistungsseite wechseln.

Dabei hat die Startseite zwei Arten von Besuchern: Die einen kennen Sie schon (Empfehlung, Flyer, Google-Profil) und wollen nur Telefonnummer oder Öffnungszeiten. Die anderen vergleichen noch und brauchen Gründe, sich für Sie zu entscheiden. Ein guter Aufbau bedient beide: Das Wichtigste sofort, die Details darunter.

Und weil Google für Indexierung und Ranking die mobile Version einer Website verwendet und viele Kunden ohnehin auf dem Handy suchen, planen Sie die Startseite zuerst für den kleinen Bildschirm.

Ein Beispiel: Wenn bei einem Optiker fast alle Anrufer zuerst nach Öffnungszeiten und Parkplätzen fragen, dann gehören genau diese Angaben gehören dann nicht versteckt auf eine Unterseite, sondern gut sichtbar auf die Startseite. Schauen Sie sich an, welche Fragen Ihre Kunden am Telefon am häufigsten stellen – das ist die beste Vorlage für den Inhalt Ihrer Startseite.

Baustein 1: Der erste Bildschirm

Was ohne Scrollen sichtbar ist, entscheidet, ob jemand bleibt. Hier gehören hin:

  • Eine klare Überschrift, die sagt, was Sie tun und wo. Nicht „Willkommen“ oder „Ihr Partner für Qualität“, sondern: „Elektroinstallation und E-Check in Griesheim und Darmstadt“ oder „Physiotherapie in Groß-Gerau – auch Hausbesuche“.
  • Ein Satz Nutzen darunter: „Wir kommen pünktlich, arbeiten sauber und erklären vorher, was es kostet.“ (Nur, was Sie halten können.)
  • Ein Hauptknopf für den wichtigsten nächsten Schritt: „Jetzt anrufen“, „Termin anfragen“ oder „Rückruf anfordern“. Ein zweiter, weniger auffälliger Knopf ist okay („Leistungen ansehen“).
  • Ein echtes Foto: Inhaber, Team, Werkstatt, Praxisräume. Kein Stockfoto von Handschlag-Händen.

Testfrage: Wenn jemand nur diesen Bildschirm sieht – weiß er, ob Sie ihm helfen können und wie er Sie erreicht?

Baustein 2 und 3: Leistungen und Ablauf

Leistungen zeigen Sie als übersichtliche Kacheln oder Liste: drei bis sechs Hauptleistungen mit je einem Satz und einem Link zur eigenen Unterseite. Beispiel einer Steuerberatungskanzlei: „Steuererklärung für Privatpersonen“, „Buchhaltung und Lohn für kleine Betriebe“, „Existenzgründung“. Die Details stehen dann auf den Unterseiten – dort, wo Google sie einer konkreten Suche zuordnen kann.

Der Ablauf nimmt Unsicherheit. Viele Menschen rufen nicht an, weil sie nicht wissen, was dann passiert. Drei bis vier Schritte reichen:

  1. Sie rufen an oder schreiben uns.
  2. Wir melden uns innerhalb eines Werktags und vereinbaren einen Termin vor Ort.
  3. Sie erhalten ein schriftliches Angebot.
  4. Wir führen die Arbeiten aus und räumen auf.

Schreiben Sie nur Zeiten und Versprechen hinein, die Sie wirklich einhalten.

Baustein 4 und 5: Vertrauen und Menschen

Vertrauen entsteht durch Belege, nicht durch Adjektive. Geeignet sind:

  • Fotos von echten Arbeiten, etwa vorher/nachher
  • Meisterbetrieb, Kammer- oder Innungsmitgliedschaft, Zulassungen, Fachgebiete
  • Ausgewählte Kundenstimmen, zum Beispiel aus Google-Bewertungen – mit Quelle, Datum und dem Hinweis nach § 5b Abs. 3 UWG, ob und wie Sie prüfen, dass die Bewertungen von echten Kunden stammen
  • Konkrete, belegbare Angaben wie „seit 1998 in Griesheim“ statt „jahrzehntelange Erfahrung“

Menschen zeigen: Kleine Betriebe gewinnen oft, weil Kunden wissen, wer kommt. Ein Foto des Inhabers mit zwei, drei Sätzen („Ich bin Malermeister und führe den Betrieb in zweiter Generation …“) wirkt stärker als jede Hochglanzformulierung. Holen Sie für Fotos von Mitarbeitern deren Einverständnis ein.

Baustein 6 und 7: Einzugsgebiet und Kontakt

Das Einzugsgebiet beantwortet die Frage „Kommen die auch zu mir?“. Nennen Sie die Orte, in denen Sie regelmäßig arbeiten, oder beschreiben Sie das Gebiet: „Griesheim, Darmstadt, Weiterstadt, Pfungstadt und das Hessische Ried“. Bei Praxen und Geschäften: Adresse, Anfahrt, Parkmöglichkeiten, Barrierefreiheit des Zugangs.

Der Kontaktbereich am Ende der Seite fasst alles zusammen:

  • Telefonnummer (antippbar), E-Mail, Adresse
  • Öffnungs- oder Sprechzeiten, Erreichbarkeit am Telefon
  • Ein kurzes Formular oder ein Knopf zum Formular

Impressum und Datenschutzerklärung verlinken Sie im Fußbereich jeder Seite. Das DDG verlangt, dass die Pflichtangaben leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sind.

Wie schreibe ich die Texte für die Startseite?

Die Startseite lebt von wenigen, gut gewählten Sätzen. Ein paar Regeln helfen:

  • Kurz und konkret: Ein Gedanke pro Satz. Statt „Wir bieten Ihnen ein umfassendes Leistungsspektrum rund um das Thema Dach“ lieber „Wir decken Steildächer neu, reparieren Sturmschäden und dämmen Dachböden.“
  • In der Sprache der Kunden: Kunden suchen „Heizung tauschen“, nicht „Wärmeerzeugersubstitution“. Fachbegriffe kurz erklären, wenn sie nötig sind.
  • Den Kunden ansprechen: „Sie bekommen einen festen Ansprechpartner“ wirkt stärker als „Kundenorientierung ist unser oberstes Gebot“.
  • Keine leeren Superlative: „Der beste Zahnarzt der Region“ glaubt niemand – und solche Aussagen können wettbewerbsrechtlich problematisch sein. Belege überzeugen mehr.
  • Zwischenüberschriften als Wegweiser: Viele Besucher überfliegen nur. Die Überschriften allein sollten schon erzählen, was Sie anbieten.

Ein guter Test: Lesen Sie den Text laut vor. Was Sie so nicht zu einem Kunden am Telefon sagen würden, gehört auch nicht auf die Startseite. Und lassen Sie den Seitentitel nicht bei „Startseite“ oder „Home“ stehen – er sollte Betrieb, Leistung und Ort nennen.

Typische Fehler – und eine einfache Probe

  • Bilder-Slider mit wechselnden Botschaften: Die meisten sehen nur das erste Bild, und die Seite lädt langsamer.
  • Textwand über die Firmengeschichte ganz oben.
  • Zu viele Knöpfe gleicher Wichtigkeit – wer alles betont, betont nichts.
  • Veraltete Inhalte: „Neu ab 2019“, abgelaufene Aktionen, alte Öffnungszeiten.
  • Kontakt nur über das Menü erreichbar.

Die einfache Probe: Zeigen Sie die Startseite fünf Sekunden lang einer Person, die Ihren Betrieb nicht kennt, und fragen Sie dann: „Was machen die, wo, und wie würdest du sie erreichen?“ Kann sie alle drei Fragen beantworten, stimmt die Grundlage.

Ein guter Startseiten-Aufbau ist keine Frage des Budgets, sondern der Reihenfolge. Wenn Sie sehen möchten, wie das bei Ihnen aussehen könnte: Wir bauen einen kostenlosen Vorab-Entwurf Ihrer Startseite aus den Inhalten, die schon öffentlich sind – Sie sehen ihn und entscheiden dann.

Planen Sie außerdem, die Startseite zweimal im Jahr kurz durchzusehen: Stimmen Öffnungszeiten, Fotos und Leistungen noch?

Checkliste

  • Überschrift sagt, was Sie tun und wo
  • Ein klarer Hauptknopf im ersten Bildschirm
  • Echtes Foto von Team, Inhaber oder Betrieb
  • Drei bis sechs Leistungen mit Link zur Unterseite
  • Ablauf in drei bis vier Schritten erklärt
  • Belege statt Adjektive: Fotos, Qualifikation, Kundenstimmen mit Prüf-Hinweis
  • Einzugsgebiet oder Anfahrt genannt
  • Kontaktbereich mit antippbarer Nummer; Impressum und Datenschutz im Fuß

Häufige Fragen

Wie lang darf eine Startseite sein?

So lang, wie die Bausteine brauchen – meist sechs bis acht übersichtliche Abschnitte. Entscheidend ist, dass das Wichtigste oben steht und jeder Abschnitt kurz bleibt. Details gehören auf die Unterseiten.

Brauche ich auf der Startseite einen Slider oder ein Video?

Nein. Ein starkes, echtes Foto mit klarer Überschrift ist meist wirksamer und lädt schneller. Ein kurzes Erklärvideo kann sinnvoll sein, wenn es etwas zeigt, das ein Bild nicht kann – dann aber weiter unten oder erst nach Klick geladen.

Sollte die Telefonnummer wirklich ganz oben stehen?

Für die meisten lokalen Betriebe ja. Viele Besucher wollen genau das. Auf dem Handy als antippbarer Knopf, am Computer gut sichtbar im Kopfbereich.

Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand 2026-10.

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