Auf einen Blick
- Erfassen Sie vor dem Umbau alle alten Adressen und leiten Sie sie per 301 auf passende neue Seiten weiter.
- Übernehmen Sie bewährte Inhalte, statt alles neu zu erfinden.
- Aktualisieren Sie nach dem Start Google-Profil, Branchenbucheinträge und Rechtstexte.
- Kurzfristige Schwankungen bei Google sind normal; prüfen Sie die Zahlen über mehrere Wochen.
Was kann bei einem Relaunch schiefgehen?
Viele Betriebe freuen sich über das neue Design und merken erst Wochen später, dass weniger Anfragen kommen. Die Ursachen sind fast immer dieselben:
- Alte Seitenadressen laufen ins Leere, weil keine Weiterleitungen eingerichtet wurden.
- Gut gefundene Inhalte wurden gekürzt oder gelöscht.
- Das Kontaktformular landet in einem Postfach, das niemand liest.
- Im Google-Profil steht noch eine Adresse, die es nicht mehr gibt.
- Impressum und Datenschutzerklärung passen nicht mehr zu den eingebundenen Diensten.
Keiner dieser Fehler ist kompliziert zu vermeiden. Er muss nur auf der Liste stehen. Deshalb lohnt es sich, den Relaunch in drei Phasen zu denken: vorher, am Starttag und in den Wochen danach.
Relaunch oder Überarbeitung – was brauchen Sie?
Nicht jede veraltete Website muss komplett neu gebaut werden. Manchmal reichen neue Texte, aktuelle Fotos und eine überarbeitete Startseite. Ein echter Relaunch lohnt sich vor allem dann, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:
- Die Website lässt sich auf dem Smartphone kaum bedienen.
- Niemand im Betrieb kann Inhalte selbst ändern, und jede Kleinigkeit kostet eine Anfrage beim Dienstleister.
- Die Technik bekommt keine Sicherheitsupdates mehr.
- Das Angebot hat sich so verändert, dass die alte Struktur nicht mehr passt, etwa weil ein Elektriker inzwischen vor allem Photovoltaik und Wallboxen installiert.
- Der Auftritt passt optisch nicht mehr zu Fahrzeugen, Briefpapier und Arbeitskleidung.
Trifft nur einer dieser Punkte zu, prüfen Sie zuerst, ob eine gezielte Überarbeitung genügt. Das ist schneller, günstiger und mit weniger Risiko verbunden. Wenn Sie sich für den Relaunch entscheiden, hilft die folgende Reihenfolge, nichts zu vergessen.
Vorher: Bestandsaufnahme der alten Website
Bevor etwas abgeschaltet wird, sichern Sie den Ist-Zustand:
- Liste aller Adressen: Erfassen Sie jede Seite der alten Website, auch PDFs wie Preislisten oder Speisekarten. Quellen dafür sind die Sitemap, das Content-Management-System und, falls vorhanden, die Google Search Console.
- Wichtigste Seiten markieren: Welche Seiten bringen Besucher oder Anfragen? Diese brauchen auf der neuen Website eine gleichwertige Entsprechung.
- Inhalte sichern: Texte, Bilder, Formulareinstellungen und Tracking-Codes exportieren oder kopieren.
- Zugänge klären: Wer hat Zugriff auf Domain, Hosting, E-Mail und Google-Profil? Fehlende Zugangsdaten verzögern den Start oft um Tage.
- E-Mail prüfen: Wenn mit dem Relaunch das Hosting wechselt, dürfen die Postfächer nicht verloren gehen.
Ein Beispiel: Ein Dachdecker hatte auf der alten Seite eine gut besuchte Unterseite „Flachdach sanieren“. Wird sie auf der neuen Website in „Leistungen“ aufgelöst, muss die alte Adresse genau dorthin weiterleiten.
Notieren Sie außerdem, welche Funktionen die alte Website hatte: Formulare, Downloads, eingebundene Karten, Bewertungs-Widgets oder ein Newsletter-Anmeldefeld. Was im Alltag selbstverständlich ist, fällt beim Neubau leicht unter den Tisch. Eine Tabelle mit alter Adresse, neuer Adresse und Funktion reicht als Arbeitsgrundlage völlig aus.
Wie richte ich Weiterleitungen richtig ein?
Jede alte Adresse, die sich ändert, bekommt eine dauerhafte Weiterleitung auf die passende neue Seite. Google empfiehlt dafür serverseitige Weiterleitungen mit dem Statuscode 301 oder 308. Diese signalisieren, dass eine Seite dauerhaft umgezogen ist.
Worauf Sie achten sollten:
- Eins zu eins zuordnen: Die alte Seite zu Fliesenarbeiten leitet auf die neue Seite zu Fliesenarbeiten, nicht pauschal auf die Startseite. Google weist darauf hin, dass massenhafte Weiterleitungen auf eine unpassende Seite wie die Startseite als fehlende Seiten gewertet werden können.
- Keine Ketten: Leiten Sie direkt auf das endgültige Ziel weiter, nicht über mehrere Zwischenstationen.
- Lange beibehalten: Google empfiehlt, Weiterleitungen mindestens ein Jahr bestehen zu lassen, besser länger.
- Domainwechsel: Ändert sich auch die Domain, gilt dasselbe Prinzip. In der Search Console gibt es dafür zusätzlich eine Funktion zur Adressänderung.
Testen Sie die Weiterleitungen nach dem Start stichprobenartig, indem Sie alte Adressen im Browser aufrufen.
Welche Inhalte sollten mit umziehen?
Ein Relaunch ist eine gute Gelegenheit zum Aufräumen. Trotzdem gilt: Was funktioniert, bleibt.
- Leistungsseiten mit konkreten Beschreibungen übernehmen und sprachlich überarbeiten.
- Kontaktdaten überall einheitlich schreiben: Name, Adresse, Telefonnummer genau wie im Google-Profil.
- Referenzen und Bilder nur übernehmen, wenn die Rechte geklärt sind.
- Veraltetes wie abgelaufene Aktionen oder ehemalige Mitarbeiter entfernen.
- Seitentitel und Beschreibungen für jede Seite neu und eindeutig formulieren.
Google rät in seinem Leitfaden für Einsteiger zu klaren, gut gegliederten und aktuellen Inhalten. Das ist auch für Ihre Kunden die beste Richtschnur: Wer die Website besucht, will schnell wissen, was Sie anbieten, wo Sie sitzen und wie er Sie erreicht.
Am Starttag: Was muss geprüft werden?
Gehen Sie am Tag der Umstellung diese Punkte durch:
- Website lädt unter allen Varianten der Adresse, also mit und ohne www, immer verschlüsselt mit https.
- Kontaktformular abschicken und prüfen, ob die Nachricht ankommt.
- Telefonnummern auf dem Smartphone antippen: Startet der Anruf?
- Impressum und Datenschutzerklärung von jeder Seite aus erreichbar.
- Datenschutzerklärung an neue Dienste angepasst, etwa Karten, Videos oder ein neues Buchungstool.
- Eine Sitemap mit den neuen Adressen in der Google Search Console einreichen.
- Darstellung auf Smartphone, Tablet und Computer kontrollieren.
Planen Sie den Start möglichst in eine ruhige Phase. Ein Restaurant stellt besser nicht am Freitag vor dem Muttertag um, eine Steuerkanzlei nicht kurz vor einer Abgabefrist.
Bitten Sie zusätzlich eine Person außerhalb des Betriebs, die neue Website einmal mit dem eigenen Smartphone zu benutzen: eine Leistung finden, die Telefonnummer wählen, eine Anfrage schicken. Wer die Seite nicht kennt, stolpert über Dinge, die dem Projektteam längst nicht mehr auffallen.
Danach: Google-Profil, Verzeichnisse und Kontrolle
Nach dem Start fehlen oft noch die Verbindungen nach außen:
- Google-Unternehmensprofil: Website-Adresse vollständig mit https eintragen. Google prüft Änderungen, bevor sie sichtbar werden.
- Branchenbücher und Portale: Links in Verzeichnissen, bei Kammern, Verbänden oder Bewertungsportalen aktualisieren.
- E-Mail-Signaturen, Briefpapier, Fahrzeugbeschriftung: Stimmt die Adresse noch?
- Search Console beobachten: Werden die neuen Seiten aufgenommen? Tauchen Fehler auf?
Rechnen Sie damit, dass sich die Sichtbarkeit bei Google einige Wochen lang bewegt. Google beschreibt das bei Umzügen als normal. Bewerten Sie den Erfolg deshalb erst nach mehreren Wochen und anhand echter Anfragen, nicht nach einzelnen Tagen.
Wenn Sie vor dem Relaunch sehen möchten, wie Ihre neue Website aussehen könnte: ZEIGWERK baut einen kostenlosen Vorab-Entwurf aus Ihren vorhandenen Inhalten.
Checkliste
- Alle alten Seitenadressen inklusive PDFs erfasst
- Zugänge zu Domain, Hosting, E-Mail und Google-Profil vorhanden
- Jede alte Adresse per 301 auf die passende neue Seite weitergeleitet
- Kontaktformular und Telefon-Links getestet
- Impressum und Datenschutzerklärung an neue Dienste angepasst
- Neue Sitemap in der Search Console eingereicht
- Website-Adresse im Google-Profil und in Verzeichnissen aktualisiert
- Weiterleitungen mindestens ein Jahr eingeplant
Häufige Fragen
Verliere ich durch einen Relaunch meine Google-Platzierung?
Nicht zwingend. Mit sauberen Weiterleitungen und gleichwertigen Inhalten bleiben die Signale weitgehend erhalten. Vorübergehende Schwankungen sind laut Google bei Umzügen normal.
Reicht es, alle alten Seiten auf die Startseite weiterzuleiten?
Nein. Google empfiehlt, jede alte Seite auf die inhaltlich passende neue Seite weiterzuleiten. Pauschale Weiterleitungen auf die Startseite können als fehlende Seiten gewertet werden.
Wie lange müssen die Weiterleitungen bestehen bleiben?
Google empfiehlt mindestens ein Jahr, besser länger. Solange alte Links in Verzeichnissen oder Lesezeichen existieren, sind die Weiterleitungen nützlich.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand 2026-10.