Auf einen Blick
- Fünf bis acht Seiten reichen für die meisten kleinen Betriebe völlig aus.
- Pflicht sind Impressum und Datenschutzerklärung, beide von jeder Seite aus erreichbar.
- Leistungsseiten mit konkreten Beschreibungen sind meist wichtiger als eine lange Über-uns-Seite.
- Jede Seite sollte eine klare Aufgabe haben und zum Kontakt führen.
Wie viele Seiten braucht ein kleiner Betrieb?
Weniger, als viele denken. Eine Website mit fünf gut gemachten Seiten bringt meist mehr Anfragen als eine mit zwanzig halbfertigen. Besucher wollen schnell drei Dinge wissen: Was bieten Sie an? Sind Sie in meiner Nähe? Wie erreiche ich Sie?
Eine typische Grundstruktur sieht so aus:
- Startseite
- Leistungen, bei Bedarf mit Unterseiten
- Über uns oder Team
- Kontakt mit Anfahrt und Öffnungszeiten
- Impressum
- Datenschutzerklärung
Je nach Branche kommen weitere Seiten hinzu, etwa Speisekarte, Preisliste, Referenzen oder Stellenangebote. Wichtig ist, dass jede Seite eine klare Aufgabe hat. Eine Seite, die nur existiert, weil „man das so hat“, kostet Pflegeaufwand und hilft niemandem.
Planen Sie die Seiten aus Sicht Ihrer Kunden. Notieren Sie die zehn Fragen, die am Telefon am häufigsten gestellt werden. Fast jede davon gehört auf eine bestimmte Seite: Preise auf die Leistungsseite, Parkmöglichkeiten auf die Kontaktseite, Zuständigkeiten auf die Teamseite. So entsteht die Struktur fast von selbst.
Was gehört auf die Startseite?
Die Startseite ist das Schaufenster. Sie muss in wenigen Sekunden klarmachen, wer Sie sind und ob Sie zum Anliegen des Besuchers passen.
- Ein klarer Satz: Was machen Sie, für wen, wo? Zum Beispiel: „Sanitär und Heizung für Privathaushalte in Darmstadt und Umgebung“.
- Die wichtigsten Leistungen als kurze Übersicht mit Links zu den Detailseiten.
- Kontakt sofort sichtbar: Telefonnummer, auf dem Smartphone direkt anrufbar.
- Vertrauen: echte Fotos vom Team oder Betrieb, gegebenenfalls Google-Bewertungen, Mitgliedschaften oder Zertifikate.
- Einen nächsten Schritt: Anrufen, Anfrage senden, Termin vereinbaren.
Verzichten Sie auf lange Begrüßungstexte wie „Herzlich willkommen auf unserer Homepage“. Diese Zeile verbraucht den wertvollsten Platz der ganzen Website.
Prüfen Sie die Startseite auch auf dem Smartphone: Ist der wichtigste Satz ohne Scrollen sichtbar?
Warum sind Leistungsseiten so wichtig?
Kunden suchen selten nach Ihrem Firmennamen, sondern nach einer Lösung: „Dachrinne reparieren Groß-Gerau“, „Kinderzahnarzt Rüsselsheim“, „Steuerberater Existenzgründung Mainz“. Wer für jede wichtige Leistung eine eigene Seite hat, kann genau diese Fragen beantworten.
Eine gute Leistungsseite enthält:
- Was genau Sie machen, in einfachen Worten.
- Für wen die Leistung gedacht ist und wann sie sinnvoll ist.
- Wie der Ablauf aussieht, von der Anfrage bis zum Abschluss.
- Typische Fragen und Antworten.
- Ein Foto aus der Praxis, falls vorhanden.
- Einen Kontaktweg am Ende der Seite.
Google empfiehlt in seinem Leitfaden für Einsteiger, für jede Seite einen eindeutigen, beschreibenden Titel zu wählen und Inhalte klar zu gliedern. Eine Seite pro Leistung macht das leichter als eine lange Sammelseite, auf der alles steht.
Über uns, Team und Kontakt: Was gehört hinein?
Über uns beantwortet die Frage: Wer steckt dahinter? Kunden möchten wissen, mit wem sie es zu tun haben, besonders bei Arbeiten im eigenen Haus oder bei Gesundheitsthemen. Ein paar Sätze zur Geschichte des Betriebs, Fotos des Teams und Qualifikationen reichen. Lange Firmenchroniken liest kaum jemand.
Kontakt sollte alles enthalten, was für eine Kontaktaufnahme nötig ist:
- Adresse mit Anfahrtsbeschreibung oder Karte
- Telefonnummer und E-Mail-Adresse
- Öffnungs- oder Sprechzeiten
- Einzugsgebiet, falls Sie zu Kunden fahren
- Ein einfaches Kontaktformular mit wenigen Pflichtfeldern
Achten Sie darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer genauso geschrieben sind wie in Ihrem Google-Unternehmensprofil. Wenn Sie eine Karte einbinden, denken Sie an den Datenschutz: Externe Kartendienste übertragen Daten an den Anbieter und gehören in die Datenschutzerklärung.
Welche Seiten sind gesetzlich vorgeschrieben?
Zwei Seiten sind für geschäftliche Websites praktisch immer Pflicht:
- Impressum: Nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG) müssen Anbieter geschäftsmäßiger digitaler Dienste unter anderem Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeiten und gegebenenfalls Registereintrag und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeben. Die Angaben müssen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein. Für reglementierte Berufe wie Ärzte, Anwälte oder Steuerberater kommen weitere Angaben hinzu.
- Datenschutzerklärung: Sobald Sie personenbezogene Daten verarbeiten, etwa über ein Kontaktformular oder die Server-Protokolle beim Hosting, müssen Sie nach Art. 13 DSGVO informieren, wer verantwortlich ist, zu welchem Zweck und auf welcher Rechtsgrundlage Daten verarbeitet werden und welche Rechte Besucher haben.
Beide Seiten sollten von jeder Unterseite aus mit einem Klick erreichbar sein, üblicherweise über einen Link in der Fußzeile. Je nach Website können weitere Pflichten hinzukommen, etwa eine Einwilligungsabfrage für bestimmte Dienste oder Informationen zur Barrierefreiheit, wenn Sie Verbrauchern online Verträge anbieten. Dieser Abschnitt ist eine allgemeine Übersicht und keine Rechtsberatung.
Wie verbinden Sie die Seiten sinnvoll?
Eine gute Seitenstruktur zeigt sich nicht nur in der Liste der Seiten, sondern auch darin, wie Besucher von einer zur nächsten kommen. Drei Grundregeln helfen:
- Kurze Hauptnavigation: Fünf bis sechs Menüpunkte reichen. Mehr überfordert, besonders auf dem Smartphone.
- Verweise im Text: Erwähnt die Startseite eine Leistung, verlinkt sie direkt auf die passende Leistungsseite. Erwähnt eine Leistungsseite den Ablauf, verweist sie auf den Kontakt.
- Fußzeile als Sicherheitsnetz: Dort stehen Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten sowie die Links zu Impressum und Datenschutzerklärung.
Google findet Seiten nach eigener Aussage vor allem über Links. Eine Leistungsseite, auf die keine andere Seite verweist, wird deshalb schlechter gefunden, von Menschen wie von Suchmaschinen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Tierarztpraxis nennt auf der Startseite Impfungen, Zahnbehandlung und Notdienst. Jeder dieser Begriffe führt auf eine eigene Seite, und jede dieser Seiten endet mit Telefonnummer und Sprechzeiten. So landet niemand in einer Sackgasse.
Welche Seiten sind optional – und welche können weg?
Sinnvoll, wenn Sie Inhalte dafür haben:
- Referenzen oder Projekte: Für Handwerker, Architekten oder Gartenbauer oft überzeugender als jeder Text. Nur mit Einverständnis der Kunden zeigen.
- Preise: Für Friseure, Restaurants oder Physiotherapie mit Selbstzahlerleistungen hilfreich.
- Stellenangebote: Viele Betriebe suchen Fachkräfte. Eine eigene Karriereseite wirkt ernsthafter als ein Hinweis auf der Startseite.
- Häufige Fragen: Spart Telefonate, wenn sich Fragen wiederholen.
Eher verzichtbar:
- Ein Blog, den niemand pflegt. Ein letzter Beitrag von vor drei Jahren wirkt schlechter als gar keiner.
- Eine eigene Seite „Partner“ mit Logos ohne Erklärung.
- Leere Unterseiten mit „Inhalt folgt in Kürze“.
Wenn Sie sehen möchten, wie eine passende Seitenstruktur für Ihren Betrieb aussehen könnte: ZEIGWERK baut einen kostenlosen Vorab-Entwurf aus den Inhalten, die schon online sind.
Checkliste
- Startseite sagt in einem Satz, was Sie wo anbieten
- Jede wichtige Leistung hat eine eigene Seite
- Telefonnummer auf jeder Seite sichtbar und auf dem Smartphone anrufbar
- Kontaktseite mit Adresse, Öffnungszeiten und Einzugsgebiet
- Impressum nach § 5 DDG vorhanden und von jeder Seite erreichbar
- Datenschutzerklärung passend zu den tatsächlich genutzten Diensten
- Leere oder veraltete Seiten entfernt
Häufige Fragen
Reicht eine einzige Seite (Onepager) für meinen Betrieb?
Für sehr kleine Angebote kann ein Onepager reichen. Bei mehreren Leistungen sind eigene Seiten meist besser, weil jede Seite gezielt eine Frage beantworten kann. Impressum und Datenschutzerklärung brauchen Sie in jedem Fall.
Darf das Impressum auf der Kontaktseite stehen?
Das ist grundsätzlich möglich, solange die Angaben leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sind. Üblich und für Besucher am klarsten ist eine eigene Seite mit dem Namen Impressum, verlinkt in der Fußzeile.
Brauche ich eine Über-uns-Seite?
Sie ist nicht vorgeschrieben, schafft aber Vertrauen. Ein paar Sätze und echte Fotos reichen meist aus.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand 2026-10.